50. Jahrgang
BdV Nachrichten / Januar- Februar 2002
Seite 16

Zusammenarbeit." Ebenso verständlich sei es, wenn das geplante Bundeszentrum zur Ächtung der Vertreibung seinen Platz in Berlin bekommen werde. BadenWürttemberg werde seinen finaziellen Beitrag dazu leisten, um das geplante Dokumentationszentrum als „lebendes Mahnmal" aufbauen zu können.
In diesem Zusammenhang machte der BdVKreisvorsitzende Karl Walter Ziegler den Vorschlag, daß zur Finanzierung des Zentrums jeder Bewohner der Gemeinde zehn Pfennig beisteuern solle, denn dann „ist die Aufgabe zu stemmen". Die Gemeinde Urbach habe bereits in vorbildlicher Weise den Betrag zugesagt.


BdV-Kreisverband Mannheim Land:

Die Feierstunde zum diesjährigen Tag der Heimat eröffnete Josef Winge am Flügel mit bekannten Stücken für das „wohltemperierte Klavier" von Johann Sebastian Bach.
BdV-Kreisgeschäftsführer Jens Kilian konnte im Josefshaus in Reilingen viele Prominente begrüßen. Zu den Ehrengästen zählten Bürgermeister Walter Klein, Staatssekretär und Landtagsabgeordneter Heribert Rech, der stellvertretende Landrat Dr. Bode-Falk Hoffmann, Altbürgermeister Dr. Lothar Gan sowie zahlreiche Gemeinderätinnen und Gemeinderäte.
In seinem Grußwort betonte Bürgermeister Klein, daß mit der Charta dr Heimatvertriebenen von 1950 ein „Akt historischer Größe" und gleichzeitig eine entscheidende Voraussetzung für ein friedliches Miteinander mit den östlichen Nachbarn geschaffen worden sei.
Der Landesbeauftragte für Flüchtlinge, Vertriebene und Aussiedler, Staatssekretär Heribert Rech, MdL, forderte in seiner Ansprache die Bundesregierung dazu auf, sich bei den EU-Beitrittsverhandlungen mit den östlichen Nachbarn energisch für die berechtigten Interessen der deutschen Heimatvertriebenen einzusetzen. In diesem Zusammenhang betonte er: „Die EU ist eine Wertegemeinschaft, für Vertreibungsdekrete ist da kein Platz."
Ein kultureller Höhepunkt im Programm war der Auftritt Maria Schlesingers mit ihren selbstverfaßten und ausdrucksstarken Gedichten aus dem Sudetenland. Ebenso begeisterte der Tenor Erik Gold vom Männergesangsverein 1902, begleitet durch Eberhard Winge am Flügel, mit seinem Riesengebirgslied.


BdV-KV Ulm/Munderkingen:

Zum „Tag der Heimat' des BdV versammelten sich in der Donauhalle in Munderkingen rund 300 Gäste. Nach dem Totengedenken am Ehrenmal auf dem Friedhof eröffnete der Vorsitzende des Kreisverbandes, Joachim Wendt, das Festprogramm. In seiner Rede verwies er auf die Verdienste der Heimatvertriebenen. „Wir gehörten zu den ersten Europäern, die sich für Verständigung und Zusammenwachsen einsetzten in einem Europa, das nicht mitten in Deutschland aufhörte."
Der Schirmherr der Veranstaltung, Bürgermeister Michael Lohner, erinnerte an die enge Verknüpfung der Stadt Munderkingen mit den Vertriebenen, durch deren Zuzug die Einwohnerzahl Munderkingens um ein Drittel anwuchs. Das bestehende Obergangswohnheim erfordere auch heute, weiter an der Integration zu arbeiten.
Die Festrednerin Elisabeth Jeggle, CDUAbgeordnete im Europaparlament, hält die seit 50 Jahren gewachsene Stabilität in Europa für wichtig, weil damit Wohlstand für 320 Millionen Menschen geschaffen wurde. „Der Export von Stabilität und Wohlstand heißt für uns zwar, ein klein wenig zu teilen und abzugeben. Er soll jedoch auch im Osten helfen, Stabilität und Frieden zu erhalten" unterstrich Jeggle in ihrer Rede.
Als Dank für die herzliche Aufnahme in Munderkingen überreichte Wendt Bürgermeister Lohner die goldene Ehrennadel des Landesverbandes des BdV.
Musikalisch gestaltet wurde die Veranstaltung vom Musikverein Munderkingen, den Spinnstuben-Sängern aus Langenau und dem BdV-Chor Ulm. Die Tanzgruppe „Kommt guet eomm ein Krois" aus Rottenacker begeisterte die Gäste mit drei wunderbaren Volkstänzen.


BdV-KV Waldshut Tiengen:

Vor rund 150 Heimatvertriebenen und vor Vertretern der Kommunal- und Landespolitik, darunter Landtagspräsident Peter Straub (CDU), MdB Thomas Dörflinger, Oberbürgermeister Martin Albers und Berthold Schmidt, dem Vorsitzenden der Kreisvereinigung der Bürgermeister, würdigte Südbadens Regierungspräsident Sven von Ungern-Sternberg die Aufbau- und Integrationsleistung der Vertriebenen in ihrer neuen Heimat.
Kreisvorsitzender Helmut Müller und Stellvertreter Dieter Teubler warben für die Unterstützung des von der Präsidentin des BdV, Erika Steinbach, initiierten Projekts, in dessen Rahmen auch ein „DokumentationsZentrum Vertreibung" in Berlin geplant ist.
Ein großer Teil des Tiengener „Tag der Heimat' war auch der Erinnerung gewidmet. In Gedichten und gemeinsam gesungenen Liedern aus Schlesien, Pommern und Ostpreußen, musikalisch begleitet vom Duo Angelika und Bruno Schulz, erinnerten sich die Versammelten der alten Heimat.


BdV-KV Aalen:

Die international verbindliche Ächtung jeder Art von Vertreibung forderte der BdV-Landesvorsitzende Arnold Tölg beim „Tag der Heimat" in der mit rund 300 Schicksalsgenossen aus allen osteuropäischen Vertreibungsgebieten besetzten Remshalle in Essingen. Es stehe außer Zweifel, so Tölg weiter, daß die Heimatvertriebenen heute den stärksten Beitrag zur Verständigung mit den osteuropäischen Völkern erbringen und ihr Einsatz zur Rettung und Pflege bedeutender Kulturdenkmäler in Polen, Tschechien oder der Slowakei größte Wertschätzung erfahre.
Der BdV-Kreisvorsitzende Fanz Kopetschek begrüßte unter den Ehrengästen Landrat Klaus Pavel und Bürgermeister Wolfgang Hofer, der an die Zeiten erinnerte, als die damals nur 2000 Einwohner zählende Gemeinde Essingen 700 Heimatvertriebene aufnahm. Landrat Pavel sprach sogar von 33 000 Neubürgern, die der Kreis damals aufnahm und dankte gleichzeitig den Heimatvertriebenen für ihren wertvollen Beitrag zur „Region der Talente" und Patente.
Kulturelle Beiträge zum Programm kamen vom Musikverein Essingen, der Sing- und Tanzgruppe der Siebenbürger Sachsen Schwäbisch Gmünd sowie vom Vorsitzenden des Essinger Volkstumskreises Albuch, Siegfried Nentwich, der das Schlußwort sprach.


Polnischer Staatspräsident Kwasniewski würdigt den z. Kommunalpolitischen Kongreß
der Landsmannschaft Ostpreußen

In seinem Grußwort würdigte der polnische Staatspräsident Alexander Kwasniewski den z. Kommunalpolitischen Kongreß in Elbing als eine Tatsache, „die eine Fortsetzung der Verbindungen zwischen den jetzigen und den ehemaligen Bewohnern in Elbing und anderen Gebieten Polens mit ähnlicher Vergangenheit darstellt." Sie sei damit eine der glaubwürdigsten und authentischsten Beweise für die Normalisierung der deutschpolnischen Beziehungen und der fortschreitenden europäischen Integration.


München: Feiger Anschlag auf die Bundesgeschäftsstelle der LM der Banater Schwaben

Am 16. Oktober ging in der Bundesgeschäftsstelle ein an den Vereinsvorsitzenden persönlich gerichteter Brief ein, aus dem weißes Pulver rieselte. Mit Gasmasken und Schutzanzügen versehen, sicherte diesen die sofort herbeigeeilte Münchner Berufsfeuerwehr und brachte ihn zur Untersuchung in das medizinische Institut. Die mit sechs Angestellten besetzte Dienststelle wurde luftdicht verschlossen und versiegelt. Die sechs Angestellten erlebten persönlich Stunden höchster Anspannung, bis klargestellt war, daß hier ein feiger „Trittbrettfahrer" aktiv geworden war, der wohl leider niemals ausfindig gemacht werden wird.


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