Sehr geehrte Landsleute und Freunde Oberschlesiens
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Wie die Nowa Trybuna Opolska am 14. Februar berichtet, ist ein erster Fall der Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung in der Wojewodsehaft Oppeln bekannt geworden. Eine 63-jährige Bewohnerin eines Dorfes verstarb im Neuropsychiatrischem Klinikum Oppeln. Die Diagnose wurde durch das Klinikum der Neuropsychiatrie in Warschau bestätigt. Die Ursache der Erkrankung ist jedoch noch unklar.

Was soll das? Ist es Sehnsucht oder gar die Erwartung der Wiederkehr dessen was war? Ein erboster Leser des Lokalblattes Echo Gmin (Gemeindeecho) aus Kandrzin- Pogorzelltz beklagte, daß an einem, an der Kreuzung Mickiewicz- / Kosciuszko-Straße gelegenen, Gebäude der heufige Straßenname nicht angeschlagen sei. Hingegen könne man aber den alten deutschen Namen Herbert- Norkus-Straße erkennen. Gegenüber des besagten Gebäudes steht ein Supermarkt, der "Berlin" heißt. Ein merkwürdiger Zufall, bemerkt der Autor des Artikels.

Das seit 1864 bestehende Postamt in Lohnau, Gemeinde Czissek soll von einer privaten Postagentur übernommen werden. Die Einwohner von Lohnau wollen dies verhindern. Grund dafür ist ein größeres Vertrauen, daß man den Beamten entgegenbringt.

Die deutsche Organisation Internationes hat der Eichendorffbibliothek in Oppeln über 100 deutsche Bücher (Kinderbücher, Belletristik, deutsche Nachkriegsliteratur) geschenkt. Die Spende wurde am 13. Februar durch Konsul Rolf Papenberg an Pfarrer Wolfgang Globisch überreicht. Eine weitere Spende überbrachte Papenburg am gleichen Tag der Physikfakultät der Universität Oppeln. Bei dieser Spende seitens der Humboldtstiftung Bonn-Bad Godesberg handelt es sich um ein Teleskop im Wert von 25 000 Mark.

Der Baden-Württembergische Landessozialminister Repnik hat Zygmunt Wojas aus Oberglogau wegen seiner karitativen Verdienste den "Stauferpreis" verliehen. Wojas ist Gründer des Reisebusunternehmens Ottokar, das stets von den Fahrten aus Deutschland von der Ulmer Firma Ratiopharm gespendete pharmazeutische Erzeugnisse mitbringt, die für Einrichtungen in der ganzen Wojewodschaft Oppeln vorgesehen sind. Der nach der mittelalterlichen deutschen Kaiserdynastie benanate Preis wird bereits seit 1753 vergeben.

Mit dem Wojciech-Wawrzynek-Preis für Forschungsarbeiten über Schlesien des Schlesischen Instituts wurden die Absolventinnen der historischen Fakultät der Universität Oppeln Magdalena Gorniak und Joanna Zieba ausgezeichnet. Die Magisterarbeiten von Gorniak und Zieba beschäftigen sich mit der Nachkriegsgeschichte von Ziegenhals sowie dem Oberschlesischen Verband (Zwiazek Gornoslaski) jn Kattowitz.

Am 27. April wird an der zweisprachigen Joseph-von-Eichendorff-Grundschule in Solarnia (Salzforst) in der Gemeinde Birawa (Reigersfeld) eine dem Namenspatron gewidmete Museumsstube eröffnet. Unter der Federführung des BdV-Landesverbandes Thüringen haben die Stiftung Haus Oberschlesien, das Deutsche Eichendorff- Museum in Wangen/Allgäu und das Haus Schlesien Exponate für die Stube zur Verfügung gestellt.

Am letzten August-Wochenende werden die Gemeinde Leschnitz und der dem DFK nahestehende Verein Schlesischer Kommunen im Freilichttheater am Aufständischen-Denkmal in Annaberg das "Fest der nationalen Minderheiten" durchführen. Gleichzeitig wird die Woiwodschaft Oppeln am selben Ort ein "Welttreffen der Schlesier" veranstalten, an dem alle Menschen teilnehmen sollen, die einmal in der Woiwodschaft gelebt haben.

Der deutsche Sejmabgeordnete Heinrich Kroll hat während einer Sitzung des Miederheitenausschusses des Sejms gefordert, Gräber deutscher Soldaten und Ziviltoten in Oberschlesien von den vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und seiner polnischen Partnerorganisation "Pamiec" geplanten Umbettungen auf Sammelfriedhöfen auszunehmen (UO berichtete in der letzten Ausgabe). Er berief sich dabei auf den deutsch- polnischen Nachbarschaftsvertrag, der ausdrücklich die Pflege und Achtung deutscher Grabstätten feststellt.

Der Kreistag Ratibor hat die Einrichtung eines Gymnasiums mit deutschsprachigen Klassen am 1. Lyceum in Ratibor genehmigt. Die Hermann-Niermann-Stiftung hat bereits die finanzielle Förderung in Höhe von einer halben Million Mark für einen notwendigen Anbau zugesagt. Weitere 150.000 Mark für die Ausstattung der Schulklassen werden von der Kreisverwaltung kommen.

Im 79. Lebensjahr ist am 16. Februar Christine Schodrok in Würzburg gestorben. Sie war die jüngere Tochter des Schulrates Karl Schodrok, bekannt als Begründer und l. Vorsitzender der Eichendorff-Stiftung und Leiter des "Kulturwerk Schlesien". Die Familie war bei der Vertreibung nach dem Krieg von Oppeln nach Würzburg gekommen. Nach Abitur und Studium bemühte sich Christine Schodrok besonders um die Pflege des Eichendorff-Gedenkens. So beriet sie im Eichendorff-Gedenkjahr 1957 eine große Zahl von Veranstaltern bei Feierstunden und Publikationen. Sie war Mitarbeiterin, zeitweise stellvertretende Schriftleiterin oder Korrespondentin mehrerer Zeitschriften wie "Die Dolomiten", "Aurora" und "Schlesien". In ihren vielen fach und sachkundigen Beiträgen und bis in ihre letzten Lebensjahre klang immer wieder die Verehrung für "ihren" schlesischen Dichter Eichendorff an.

Der 1923 in Oppeln geborene Museologe Klaus Brisch ist am 9. Februar in Berlin nach langer, schwerer Krankheit verstorben. Seit 1966 hatte Brisch das einst beste Museum islamischer Kunst außerhalb des Orients wieder zu Bedeutung gebracht. Schwer war es durch Kriegsverluste und die Teilung zwischen Ost und West angeschlagen. Brisch verstand es, die eingetretenen Verlust durch systematische Neuankäufe zu ersetzen. In Spanien und Syrien leitete er, der über Kandinsky und die gegenstandslose Malerei (1955) promovierte, Ausgrabungen. Zudem galt er unter Studenten des Kunsthistorischen Institutes an der Freien Universität als begnadeter Lehrer mit einem unermeßlich reichen Fundus an Anekdoten und Geschichten.

Für die im September stattfindenden Wahlen zum Sejm, dem polnischen Abgeordnetenhaus, wird der DFK-Bezirksverband Oppeln 500 Mitglieder eigens für dem bevorstehenden Wahlkampf in speziellen Schulungen vorbereiten. Die Minderheit wird wieder als Liste der deutschen Minderheit antreten.

Im neuesten Jahrbuch des Instytut Slaski - Studia Slaskie t. 59 (2000) - sind mehrere Beiträge zu den Nachkriegslagern in Oberschlesien und zur Deportation von Oberschlesiern in die UdSSR abgedruckt: P. Madayczyk: Obozy pracy i odosobnienia dla ludnosci niemieckiej w Polsce po II wojnie swiatowej, Bogdan Cimala: Powojenne obozy odosobnienia na Gornym Slasku, Zygmunt Wozniak: Wysiedlenia ludnosci gornoslaskiej do ZSSR wiosna 1945r, Rayszard Kaczmarek, Kazimierz Miroszewski:Obozy odosobnienia w przemyslowej czesci wojewodztwa slaskiego po II wojnie swiatowej, Edmund Nowak: Obozy specjalne NKWD/MWD w radzieckiej strefie okupacyjnej Niemiec/NRD i na terenach zachodnej Polski w latach 1945-1950, Antoni Steuer: Obozy jeneckie na terenie Katowic po zakonczeniu II wojny swiatowej. Adresse: PIN - Instytut Slaski, ul. Powstancow 17, 45-082 Opole.

Ein aufmerksamer Leser unserer Zeitung hat uns kürzlich einen Aufsatz zugeschickt, der in der Tarnowitzer Wochenzeitung "Gwarek" erschienen ist und über eine Vereidigung polnischer Soldaten berichtet. Bemerkenswert genug; daß die 161 Soldaten der in Lublinitz stationierten 1. Sondereinheit "Komandose" zum Abschluß der feierlichen Veranstaltung die von Maria Konopnicka verfaßte nationalistische Rota absingen durften. Es heißt in diesem Lied: "Nicht mehr wird der Deutsche uns spei’n ins Gesicht / die Kinder uns nicht germanisieren". Sind Deutschland und Polen nicht Bündnispartner?

Im Internet wird zur Zeit eine neue Webside eingerichtet, die Oberschlesier viel Freude bereiten dürfte: www.eichendorff.com. Zwar ist sie teilweise noch eine Baustelle, doch die fertiggestellten Verweise versprechen einen professionellen Einsatz. Wie der Name bereits andeutet, ist die Domain ausschließlich dem Dichter aus Lubowitz, dessen Werk und Leben gewidmet. Ein Besuch lohnt bereits jetzt!

Viktor Graf Matuschka, Sohn des 1944 hingerichteten NS-Gegners und langjährigem Landrats von Oppeln, Michael Graf Matuschka, ist zum neuen Vorsitzenden der "Vereinigung katholischer Edelleute Schlesiens" gewählt worden.

Die Karol-Adamiecki-Wirtschaftsakademie in Kattowitz veranstaltet auf ihrem Campus am 23. und 24. April "Deutsche Tage". Bei Prof. Toni Pierenkemper (Univärsitat Köln) werden derzeit gleich drei Dissertationen zur oberschlesischen Wirtschaftsgeschichte vorbereitet: "Die Entwicklung der Zinkindustrie in Oberschlesien",,Magnatenunternehmen und die Industrialisierung Oberschlesiens" und "Der Industriekomplex von A. Borsig, Berlin, unter besonderer Berücksichtigung der Entwicklung des oberschlesischen Borsigwerkes von 1854 bis 1937".

Herzog Ferdinand von Württenberg unterstützt die Gemeinde Carlsruhe bei der Restaurierung des Germania-Denkmals; es erinnert, im Schloßpark an den Deutsch- Französischen Krieg und an die Reichsgründung und war von der Herzogsfamilie 1871 errichtet worden.

Aus "Unser Oberschlesien Nr 03"


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