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Nach der Rede des Ministers sprach der Sprecher und Bundesvorsitzende der Landsmannschaft der Oberschlesier, Klaus Plaszczek zum Tag der Oberschlesier. Plasczczek führte u. a. aus: Dieser Tag der Oberschlesier steht unter dem Leitwort: Zukunft braucht Erinnerung - Mein Herz für Oberschlesien. Erinnerungen wurden in der jüngsten Vergangenheit häufig bemüht, um Gegenwärtiges verständlich zu machen. Denken wir an die Charta der Heimatvertriebenen, die vor 50 Jahren ausgerufen wurde und heute immer noch aktuell ist. Als Oberschlesier erinnern wir uns an die vielfältigen Beziehungen zwischen unserem Patenland NordrheinWestfalen, der Landsmannschaft der Oberschlesier und Oberschlesien schlechthin. Erinnerung ist keine nostalgische Reminiszenz an die Vergangenheit, sie ist vielmehr eine Rückbesinnung, die - richtig angewendet für die Zukunft von großer Bedeutung sein kann. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Wolfgang Clement hat am 3. März dieses Jahres beim Besuch des Landesmuseums in Ratingen-Hösel an die Patenschaftsurkunde von 1964 erinnert, in der es heißt: Die Patenschaft soll zugleich zur weiteren Vertiefung der engen und vielfältigen Beziehungen beitragen, die zwischen Nordrhein-Westfalen und Oberschlesien seit über 100 Jahren bestehen. Die Landesregierung unterstützt auch die Aufgabe der Oberschlesier, ihr kulturelles Erbe zu wahren, und fördert ihre Bemühungen, Brücke zwischen dem polnischen und dem deutschen Volk zu sein....Ministerpräsident Wolfgang Clement hat mehrere Gemeinsamkeiten hervorgehoben und sprach sich deshalb dafür aus, dass das Oberschlesische Landesmuseum hier in Nordrhein-Westfalen den Bestand des Museums in Ratingen-Hösel garantiert. Ihm, aber auch den vielen anderen Menschen, die im Frühjahr dieses Jahres für dieses Museum kämpften, sei an dieser Stelle besonders gedankt. Es war eine lange nicht mehr dargewesene Solidarität über Parteigrenzen hinweg." Der Bundesvorsitzende sagte ferner: An dieser Stelle darf allerdings auch nicht verschwiegen werden, dass das Patenland bisher eine Unterstützung für den Tag der Oberschlesier versagte. Dies wird in anderen Bundesländern anders gehandhabt. Auch die Förderung der kulturellen Arbeit der Landsmannschaft der Oberschlesier muss vom Patenland wieder ernster genommen werden und darf keine weiteren Kürzungen erfahren wie in den letzten zehn Jahren. Sie muss mindestens das Niveau von 1990 kurzfristig erreichen. Sonst sind alle gutklingenden Worte der letzten Monate doch wieder nur Schall und Rauch. Erinnern möchte ich aber auch daran, dass die Landsmannschaft der Oberschlesier durch ihr soziales Engagement ein hohes Maß an Integration der Aussiedler ermöglicht hat. Der Bundeskanzler sagte hierzu am 3. September in Berlin: ,Und da, wo die Integration der Vertriebenen in eine neue Umgebung nicht gelingt, ist dies Quell dauerhafter politischer, sozialer und wirtschaftlicher Instabilität`. Durch den Einsatz ehrenamtlicher Mitglieder ist die Eingliederung gelungen. Der Bundesrepublik Deutschland und dem Land NordrheinWestfalen sind immense Kosten erspart geblieben, und die vom Bundeskanzler angesprochene Instabilität ist verhindert worden. Für uns war und ist diese Betreuung eine Selbstverständlichkeit. Muss es für die Bundes- und Landesregierung nicht ebenfalls selbstverständlich sein, den Betroffenen zu ermöglichen, die kulturelle Identität zu finden und fortzuführen? Hierzu bedarf es jedoch Geld, das wir nicht in der Lage sind aufzubringen. Im Übrigen ist das eine Verpflichtung aller Deutschen, denen zu helfen, die mehr als nur den Krieg verloren haben. Und wer soll den in Oberschlesien Verbliebenen das kulturelle Erbe vermitteln? Ist hier nicht eine Verpflichtung - wie bereits angesprochen - ebenfalls selbstverständlich? Diese Aufgabe kann und muss von den Oberschlesiern selbst übernommen werden, denn nur sie wissen, wie es in Oberschlesien war Dr. Naumann, seines Zeichens Kulturbeauftragter des Bundeskanzlers für die Bundesrepublik Deutschland, hat für die Kulturarbeit der Vertriebenen neue Konzepte entwickelt. Er hat sich jedoch nicht die Zeit genommen, mit den Betroffenen darüber zu reden. Europa wurde von ihm in Kulturregionen eingeteilt, und die Vertriebenen fanden sich dort wieder. Schlesische Gurken werden ganz sicher gern in Oberschlesien gegessen. Mit der schlesischen Mundart allerdings kann ein Oberschlesier wenig anfangen, weil er sie nicht versteht." |
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vom 25.11.2000
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