| Freude in Polen über
die Kanzlerrede ! Die Rede von Bundeskanzler Schröder am 08 September anlässlich der Auftaktveranstaltung zum Tag der Heimat in Berlin (siehe auch PZ 36 / 2000, S. 1 f.) ist vor allem in jenen Staaten mit unverhohlener Freude aufgenommen worden, die bis heute nichts unternommen haben, um die immer noch fortwirkenden Folgen der Vertreibung zu beseitigen. Die tschechische Zeitung Pravo applaudiert. indem sie dem Kanzler bescheinigt. daß dank seines Realismus das von den "Vertricbenenfunktionären" zum europäischen Thema stilisierte Problem sein zwischenstaatliches Gewicht eingebüßt habe und damit nun zum Gegenstand historischer Untersuchungen geworden ist. Allein diese Kommentierung zeigt. dass da nicht die Spur eines Unrechtsbewusstseins vorhanden ist. Allerdings haben die Tschechen in ihrem dankbaren Eifer übersehen: Schröder hat zwar den Vertriebenen klar zu verstehen gegeben. dass sie bei ihren Forderungen auf seine Unterstützung nicht zu hoffen brauchen, aber die Haltung seiner Regierung die Rechte "privater Dritter" nicht berühre. Was die Verbannung des Vertriebenenthemas in die Geschichte angeht. frohlockt man in Prag wohl etwas zu früh. Die Folgen der Vertreibung werden auch auf längere Sicht ein juristisches Problem darstellen. Die renommierte polnische tageszeitung Rzeczpospolita freut sich dagegen vor allem darüber, dass Schröder in der Rede de facto seine Ablehnung gegenüber einem von den Vertriebenen geplanten "Zentrum gegen Vertreibungen" kundgetan hat. Die Zeitung argwöhnt, dass wen dieses Zentrum in Berlin entstünde. hier vor allem das Los der deutschen Heimatvertriebenen dargestellt würde, während das Vertreibungsschicksal, das andere Völker erlitten hatten; davon überschattet würde. Die Zeitung fürchtet, dass die Martyrologie der Deutschen" nach dem Zweiten Weltkrieg unterstrichen und die Hitlerverbrechen relativiert würden. Der BdVPräsidentin Erika Steinbach wird von dem Blatt vorgeworfen, dass sie sich geradezu darauf spezialisiert habe, das Leiden der vertriebenen Deutschen mit dem Leiden der Holocaustopfer zu vergleichen. In 20 oder 30 Jahren könne es daher womöglich soweit kommen, dass im deutschen Bewusstsein vor allem Deutsche als Opfer des Zweiten Weltkriegen gälten. Vor diesem Hintergrund steht Rzeczpospolita in Schröders Absage gegenüber dem Zentrum, einen Großen Schritt, um solche Tendenzen zu verhindern. Es überrascht schon, dass diese Zeitung - über die tschechischen Reaktionen hinausgehend - sich darüber Gedanken macht, wie die Deutschen die Opfer der an ihrem Volk begangenen Verbrechen zu ehren haben und wie nicht. Sollte der Zeitung entgangen sein, dass ebenfalls in Berlin ein monumentales Holocaustmahnmal entstehen soll ''Gewiss nicht'. Was fürchtet man, wenn - nach polnischer Behauptung - die Alliierten für die Vertreibung der Deutschen verantwortlich seien? Hinter den Befürchtungen der Zeitung steht vor allem das Unbehagen darüber, dass bei einer der geschichtlichen Wahrheit verpflichteten Dokumentation der Mythos von Polen als ewigem Opfer der Geschichte tiefe Risse bekommt. Die Dokumentation würde zwangsläufig auch die Mitschuld von Polen offenlegen, und zwar über den Tag hinaus. Polen in der Täterrolle? Für Rzeczpospolita offenbar nicht akzeptabel. Auch nicht im Jahr 2000. Die Reaktionen zeigen also, wie wichtig dieses Zentrum ist. Wir sind es den Opfern schuldig! Dieses Zentrum muss errichtet werden - auch ohne Bundeshilfe. Das hätte auch einen wesentlichen Vorteil: Schröder und Naumann bekämen dann keinen Einfluss auf die Konzeption! M. H. . |
Polnische Dekrete diskriminieren
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Die Vertreibung Ostdeutschlands
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| Erfassung
deutscher Zwangsarbeiter Die Landsmannschaft Schlesien und die Landsmannschaft der Oberschlesier haben einen gemeinsamen "Arbeitskreis Deutscher Zwangsarbeiter" ins Leben gerufen. Dieser hat sich zum Ziel gesetzt, deutsche Zwangsarbeiter, vor allem in Niederund Oberschlesien, zu erfassen und das Problem in geeigneter Form in der Öffentlichkeit bekannt zu machen. Über weitere Maßnahmen soll nach Vorliegen von entsprechendem Material entschieden werden. Es gilt auf jeden Fall das Unrecht an den Deutschen nicht zu vergessen. Soweit Sie selbst betroffen sind oder falls Sie Betroffene kennen. bitten wir um Kontaktaufnahme mit folgenden Stellen: Landsmannschaft
der Oberschlesier Landsmannschaft
Schlesien e. V. Nach Eingang der Meldung geht Ihnen ein Fragebogen zu, der zur Angabe näherer Einzelheiten entwickelt wurde. . |

vom 04.10.2000
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