| Seite 1 Die Stadt Essen hält an der Patenschaftsverpflichtung fest In der Ausgabe vom 5. Juli 2000 des
Hindenburger Heimatbriefes" im Unser Oberschlesien" wurde über das
Treffen der Vertreter der Stadt Essen (Patenstadt der Hindenburger) und der polnischen
Stadtverwaltung von Hindenburg O/S, an der auch Mitglieder des Vertretungsausschusses
Hindenburg O/S" teilgenommen haben, berichtet. Der Vertretungsausschuss Hindenburg
O/S" hat sich bereits vor Monaten mit dieser Problematik befasst. Stellvertretend
für den Vertretungsausschuss hat der Bundessprecher der Hindenburger, Damian
Spielvogel, am 9. Februar 2000 eine entsprechende Stellungnahme ausgearbeitet, die
nachstehend veröffentlicht wird. Stellungsnahme des
Vertretungsausschusses "Hindenburg OS" bei der Patenstadt Essen zur
Aufnahme städtepartnerschaftlicher Beziehungen mit der jetzigen Stadt Hindenburg Eingangs ist festzustellen, dass es sowohl
geschichtliche und rechtliche Unterschiede zwischen einer Patenschaft und einer
Partnerschaft gibt. Patenschaft: Bei einer
Patenschaftsverpflichtung geht es um eine nationale Verpflichtung einer
westdeutschen kommunalen Einrichtung über die von der Vertreibung, Aussiedlung und
Heimatverlust betroffenen deutschen Bevölkerung aus dem historischen ostdeutschen
Vertreibungsgebiet. Ziel einer Patenschaft ist u. a. die soziale und kulturelle
Betreuung eines früher in einer geschlossenen Siedlungsform (Dorf, Stadt, Kreis bzw.
Provinz) wohnenden Teils des deutschen Volkes, das in Folge der stalinistischen
Säuberungen nach dem Zweiten Weltkrieg den ursprünglichen Wohnbereich (innerhalb oder
auch außerhalb des deutschen Staatswesens) verlassen musste. Ausdruck der Wahrnehmung der
Patenschaftsverpflichtung sind u. a.: Einzelheiten werden in Richtlinien
für die Übernahme von Patenschaften über ostdeutsche Gemeinden und Landkreise" der
Bundesvereinigung der Kommunalen Spitzenverbände vom 15. 12. 1953 geregelt. Am 3. 5. 1953 hat die Stadt Essen die
Patenschaft über Hindenburg O/S übernommen und in der Patenschaftsurkunde zum Ausdruck
gebracht: Im Bewusstsein der Gemeinschaft des deutschen Schicksals übernimmt die
Stadt Essen, die Metropole des großen westdeutschen Industriereviers, die Patenschaft
über Hindenburg, das Zentrum des oberschlesischen Industriegebietes. Mit der Übernahme
der Patenschaft will die Stadt Essen ihre Verbundenheit mit der zur Aufgabe ihrer Heimat
gezwungenen Bürger Hindenburgs bekunden." Auch die geschlossenen und anerkannten
deutsch-polnischen Abkommen und Vereinbarungen haben an dem Inhalt und der nach wie vor
bestehenden Notwendigkeit der Patenschaftsverpflichtung nichts geändert. Partnerschaft: Hier handelt es sich um Beziehungen zwischen unabhängigen kommunalen Einrichtungen (Dorf, Stadt, Kreis), meistens aus verschiedenen Staaten. Die Zusammenarbeit gestaltet sich auf der Grundlage der Zusammenarbeit gleichberechtigter Partner. . |
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Das heutige demokratische Polen hat die deutsche Volksgruppe anerkannt. In dem Vertrag über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit vom 17. 6. 1991 sind Vereinbarungen getroffen, die den Angehörigen der deutschen Volksgruppe das Recht einräumen, einzeln oder in Gemeinschaft mit anderen Mitgliedern ihrer Gruppe ihre ethnische, kulturelle, sprachliche und religiöse Identität frei zum Ausdruck bringen, zu bewahren und weiterzuentwickeln, frei von Versuchen, gegen ihren Willen assimiliert zu werden. Seit der Gründung des Vertretungsausschusses Hindenburg O/S" sah sich dieser gegenüber den noch in Hindenburg O/S lebenden Deutschen in einer menschlichen, kulturellen und sozialen Verpflichtung, |
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vom 20.09.2000
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