| Seite 1 Stationen des Leidens und des Todes nach dem 2. Weltkrieg
|
|
| Seite 3 Stationen des Leidens und des Todes nach dem 2. Weltkrieg Nach einer kurzen Unterhaltung mit den beiden Dagebliebenen verabschiedete ich mich herzlich, sie baten, mich, nicht böse zu sein, doch dieser Bekannter ist oft hier auf dem Friedhof, er hat viele Familienangehörige verloren, nur weil sie Deutsche waren. Sie haben mir noch kurz erklärt, dass Zgoda sehr radikal war, die Menschen in der Umgebung haben fast jede Nacht Schreie gehört, die Fuhrleute aus der Umgebung mussten die Toten mit den Pferdefuhrwerken aus dem Lager fahren, nicht auf die umliegenden Friedhöfe, sondern außerhalb. Viele Namen sind unbekannt, auch die Zahl der Toten ist unbekannt, in vielen Fällen sogar der Punkt, wo sie verscharrt wurden. Der Lagerkommandant, Salomon Morell, hat sich vor einigen Jahren nach Israel abgesetzt", mit einer Auslieferung ist nicht zu rechnen, obwohl die poln. Behörden ein Prozess angestrebt haben, doch man tat es, obwohl man weiß, dass eine Auslieferung nicht erfolgen wird. Der Lagerkommandant von Lamsdorf soll heute noch in Kattowitz wohnen, gegen ihn wurde ein Prozess dur, durchgefahren ist aber freigesprochen worden. Ein früherer Prozess, der von Deutschland beantragt wurde, ist von deutscher Seite vereitelt" worden. Ob nur deutsche Verbrecher in der Welt verurteilt werden? Vielleicht hatte der schweigende Herr auf dem Friedhof doch Recht? Das Lager Lamsdorf habe ich schon mehrere Male aufgesucht, auch schon zu kommunistischer Zeit, auch dann als es möglich war, dort ein Holzkreuz aufzustellen. Das Holzkreuz ist mehrere Male umgeworfen worden, j a sogar angezündet worden. Seit einigen Jahren ist an dieser Stelle ein schweres Steinkreuz, die Inschriften auch in beiden Sprachen. Doch auch das Steinkreuz mit einem Gewicht von 1 Tonne ist schon mit dem Hebekran ausgehoben" worden. Nur eins kann ich nicht verstehen, wie kann ein zu fast 100 % christliches Volk ein christliches Zeichen so missbrauchen? Nichtmal den Toten gönnt man die ewige Ruhe. Es bleibt nur noch zu sagen: Herr vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun. Ist das alles dem jetzigen Papst nicht bekannt??? Ich möchte an dieser Stelle die Zeitung nennen, die mir geholfen hat, das Mahnmal für die Toten des Lagers Zgoda zu finden: Schlesisches Wochenblatt Nr. 25/429. Fotos und Text: F. Mierzwa |
| Seite 4 |

vom 06.09.2000
hier gehts weiter
Stationen des Leides 1
Stationen des Leides 2
Stationen des Leides 3
Seite 4
Presse