Donnerstag, den 13.09.2007

Heimatfreude Hindenburg O.S.
4000 Besucher kamen zum 28. Hindenburger Heimattreffen in die Grugahalle.

Besonderer Höhepunkt war die Einweihung der Sammlung in der Luisenschule
Als Marianne Mosler 19 Jahre alt war, marschierte die Rote Armee in ihre Heimatstadt in Oberschlesien ein. Sie musste mit ihrer Familie fliehen und ihre Heimatstadt Hindenburg, die heute Zabrze heißt, hinter sich lassen.
Doch die Bindung zu ihrer Heimat hat die heute 81-Jährige nie verloren. So wie die anderen rund 4000 Besucher, die zum 28. Hindenburger Heimattreffen in die Grugahalle kamen. Aus ganz Deutschland und aus der Essener Partnerstadt Zabrze waren die vor allem älteren Besucher angereist, erinnerten an ihre Heimatstadt und halten ihr die Treue.
Eine Besonderheit des diesjährigen Treffens war die Einweihung der Hindenburger Heimatsammlung in der ehemaligen Luisenschule, die künftig das Haus der Essener Geschichte sein wird. Auch Exponate aus Zabrze, die die neuere Geschichte dokumentieren, sind dort zu sehen. "Die Sammlung ist ein Ort der Erinnerung, der Begegnung und Erfahrung. Sie ist ein Austausch mit dem neuen Zabrze", sagte Bürgermeister Norbert Kleine-Möllhoff.
Und Heimatkreisvertrauensfrau Marianne Mosler, die ihr Amt soeben aus Altersgründen niedergelegt hat: "So ist wieder eine Kontinuität und ein Dialog auf offizieller Ebene geschaffen." Auch der stellvertretende Stadtpräsident Lewandowski war aus Zabrze gekommen.
Seit 54 Jahren besteht die Patenschaft zwischen Essen und dem früheren Hindenburg. Geschichtlich verbindet beide Städte, dass sie einmal Zentren der Kohlewirtschaft waren.

Zum ersten Mal fand das Hindenburger Heimattreffen 1953 in Essen statt, damals noch im Saalbau. "Essen hat uns immer die Treue gehalten, auch als es nicht opportun war", sagt Marianne Mosler.Zabrze ist mit fast 200000 Einwohnern eine Großstadt in der Woiwodschaft Schlesien im südlichen Teil Polens. Bis 1945 gehörte die Stadt zum Deutschen Reich und trug von 1915 bis 1945 den Namen Hindenburg O.S., nach Paul von Hindenburg. 1953 hat Essen die Patenschaft über Hindenburg O.S. übernommen. Alle zwei Jahre treffen sich die Heimatfreunde seitdem in der Ruhrmetropole.
09.09.2007   Von Jörg Dörwald