| Hindenburger
zu Gast in Essen zurück Es waren Gäste aus dem gesamten Bundesgebiet und aus der Vaterstadt Hindenburg OS gekommen, um sich in friedlicher Begegnung an ihre Heimatstadt in Oberschlesien zu erinnern, und um ein Bekenntnis der Heimattreue abzulegen. Auffallend war die große Anzahl von Menschen der mittleren aber auch der jüngeren Generation, die mit ihrer Teilnahme unmissverständlich bewiesen haben, dass das Patenschaftstreffen der Hindenburger kein „Veteranentreffen“ ist. Die „Hindenburger Heimatkartei“, geführt von Hans-Jürgen Zöllig, hat sich erneut als sehr dienliche Einrichtung erwiesen, um nach Bekannten und teilweise auch nach Verwandten zu fragen und suchen. Viele Neueinträge konnten registriert werden, damit die Großfamilie der Hindenburger in „erfasster Form“, auch 60 Jahre nach Kriegsende, eine aktuelle Auskunftsstelle bleibt. Zu Beginn des 27. Hindenburger Heimattreffens wurden die Besucher durch ein wunderschönes Platzkonzert der Bergmannsblaskapelle des Steinkohlebergwerks „Mokoschau“ aus Hindenburg OS, unter der Leitung von Heinz Mandrysz, vor dem Haupteingang der Grugahalle musikalisch begrüßt. Die Musiker in ihren schmucken und heimatlichen Knappenuniformen umrahmten musikalisch mehrmals die zwei Treffenstage der Hindenburger in ihrer Patenstadt. Auch die Folkloregruppe der Schlesischen Jugend aus Nordrhein-Westfalen, „Der Fröhliche Kreis“, von Bernadette Glattki geführt, hat einen kulturellen Beitrag zur Zufriedenheit der Zuschauer geleistet, indem sie Tänze aus Nieder- und Oberschlesien sehr gekonnt präsentierte. Es war eine Freude den jungen Menschen zuschauen zu können, die sich der Pflege des heimatlichen Brauchtums angenommen haben. Der Verkaufs- und Informationsstand des Senfkornverlages aus Görlitz, in dem unsere Heimatzeitung „Oberschlesien“, mit dem „Hindenburger Heimatbrief“, herausgegeben wird, erfreute sich großer Beliebtheit. Der Verlagsinhaber, Alfred Theisen, wusste sehr gekonnt, das Interesse der Hindenburger auf die angebotenen Produkte zu lenken und für unsere Heimatzeitung werbeträchtig aktiv zu sein. Der 1. Bürgermeister der Stadt Essen, Norbert Kleine-Möllhoff, begrüßte namens der Patenstadt der Hindenburger die Treffensteilnehmer. Er bekräftigte das Festhalten der Stadt Essen an der seit 1953 bestehenden Patenschaft Essen-Hindenburg OS und bekannte sich zum „Zentrum gegen Vertreibungen“ in Berlin als einen Ort der Erinnerung und der Mahnung, damit Vertreibungen als Mittel der Politik keinen Platz mehr haben sollten. Heimatkreisvertrauensfrau für den Stadtkreis Hindenburg OS, Marianne Mosler, richtete Worte der Freude und des aufrichtigen Dankes an die Patenstadt Essen. Sie hat die Hindenburger aufgerufen in ihrem Bekenntnis zur Vaterstadt weiterhin festzuhalten. Der eigentliche Höhepunkt der heimatlichen
Begegnung war der sonntägliche katholische Festgottesdienst am zweiten
Patenschaftstreffenstag. Der Dompropst und Stadtdechant, Otmar Vieth aus
Essen, der schon öfters Hindenburg OS und Oberschlesien besuchte,
hat die „innere kirchentreue Gemütslage“ der Hindenburger
verstanden und zelebrierte einen wunderschönen, andächtigen
und würdevollen Gottesdienst. Pfarrer Herbert Przygoda und Prälat
Paul Pyrchalla assistierten bei der Eucharistiefeier, und zwar zusammen
mit zahlreichen Kleriker und erwachsenen Ministranten. Der Apostolische
Protonatar, Prälat Paul Pyrchalla, der eigens aus Hindenburg OS zum
Patenschaftstreffen nach Essen angereist war, hat passende Worte gefunden,
um die christlichen Glaubensgrundsätze mit den heimatlichen Bezügen
zu verbinden, damit das Bekenntnis der Hindenburger zum Glauben der Väter
und die Treue zur Vaterstadt Hindenburg OS gegenwartsbezogene Tugenden
bleiben und keine Relikte der Vergangenheit darstellen. Gottlosigkeit
bedeutet auch Heimatlosigkeit und Heimatlosigkeit ist mit Orientierungslosigkeit
gleichzusetzen, so Prälat Pyrchalla. An beiden Treffenstagen der Hindenburger konnten sich die Besucher der oberschlesischen Erzeugnisse der heimatlichen Traditionsbetriebe, der Fleischereien „Ligensa“ und „Struzina“, sowie der Bäckerei Müller erfreuen. Das 27. Hindenburger Heimattreffen war somit ein Treffen der heimatlichen zwischenmenschlichen Begegnung, bei dem für Leib und Seele gleichermaßen gut gesorgt wurde. Das Treffensbüro im Foyer der Grugahalle, das von Helga Zöllig vom Vertretungsausschuss „Hindenburg OS“ sowie von Kerstin Uredat und Rainer Dehne von der Stadtverwaltung Essen ununterbrochen betreut war, ist zum „informativen Orientierungspunkt“ geworden, die sehr viele Besucher gern angenommen haben. Dort wurden nicht nur einige Publikationen über Hindenburg OS und Oberschlesien angeboten, sondern auch die sehr gute Internetpräsentation der Hindenburger, die von Erwin Czmiel ausgezeichnet betrieben wird, vorgestellt. Die Grugahalle in Essen wurde am zweiten
Septemberwochenende in diesem Jahr für die in die Patenstadt angereisten
Hindenburger zum Heimatersatz fern der geliebten oberschlesischen Vaterstadt.
Die Hindenburger haben auch bewiesen, dass auch 60 Jahre nach Kriegsende
eine west-ostdeutsche Patenschaft notwendig ist. Während des 27.
Hindenburger Heimattreffens wurde wiederholt seit 1953 das Gefühl
des heimatlichen Zusammenhaltes nach Innen und Außen unmissverständlich
vermittelt. In den nächsten Ausgaben des „Hindenburger Heimatbriefes“ werden weitere Berichte über die einzelnen Höhepunkte des 27. Hindenburger Heimattreffens erscheinen |