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50.
Jahre Patenschaft Essen - Hindenburg OS
Eine würdevolle Gedenkfeier im Ratssitzungssaal
Ein Bericht von Damian Spielvogel
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Es könnte kein würdigerer Rahmen gefunden werden
als der Große Sitzungsraum des Essener Rathauses, um der 50jährigen
Patenschaft Essen - Hindenburg OS im Vorfeld des 26. Hindenburger Heimattreffens
zu gedenken. Bekanntlich ist ein Ratssitzungsraum der politische und gesellschaftliche
Mittelpunkt jeder Stadt.
Als 1953 die Patenschaft Essen - Hindenburg OS beschlossen wurde, konnte
damals kaum einer der Verantwortlichen die geopolitische Entwicklung in
Europa ahnen. Viele haben wahrscheinlich auch nicht daran gedacht, dass
nach 50 Jahren die Notwendigkeit einer Patenschaft - auch bei geänderten
politischen und gesellschaftlichen Gegebenheiten - nach wie vor vorhanden
sein wird.
Am 12. September 2003 wurde im Großen Sitzungsraum des Rates der
Stadt Essen der seit 1953 bestehenden Patenschaft gedacht. Zahlreiche
Gäste aus dem gesellschaftspolitischen Bereich der Stadt Essen mit
Bürgermeister Norbert Kleine-Möllhoff an der Spitze, Vertreter
der Kirchen mit dem Essener Stadtdechanten Otmar Vieth, der Wissenschaft
mit Prof. Heinz J. Kiefer sowie zahlreiche Leistungsträger der Landsmannschaften
konnten begrüßt werden. Auch die Mitglieder des Vertretungsausschusses
"Hindenburg OS" bei der Patenstadt Essen mit Marianne Mosler
als Heimatkreisvertrauensfrau waren selbstverständlich anwesend.
Erstmalig in der Geschichte der Patenschaft waren auch offizielle Gäste
aus Hindenburg OS nicht nur zu einem Heimattreffen angereist, sondern
nahmen auch an dieser Feier teil. Der Stadtpräsident von Hindenburg
OS, Dr. Jerzy Golubowicz, führte die polnische Delegation an. Pfarrer
Paul Pyrchalla für die katholischen und Pfarrer Dariusz Dawid für
die evangelischen Christen waren eigens aus Hindenburg OS angereist, um
dieser Feierlichkeit und auch dem Heimattreffen beizuwohnen.
Wir werden mit allen Kräften das vereinte Europa mit aufbauen, in
dem die Völker ohne Angst nebeneinander leben können - sagte
während seiner Ansprache Bürgermeister Kleine-Möllhoff.
Er bekräftigte auch das Festhalten an der bestehenden Patenschaft
und gab sein Unverständnis über die derzeitige Diskussion über
das geplante und so notwendige "Zentrum gegen Vertreibungen".
Stadtpräsident Golubowicz, der bemüht ist - wie in seiner Ansprache
zu hören war - dass sowohl in Essen als auch in Hindenburg OS die
Wunden der Vergangenheit geheilt werden, damit eine neue Zukunft aufgebaut
werden kann. Für ihn ist es eine Selbstverständlich, dass die
ehemaligen Einwohner von Hindenburg OS, die entweder die Stadt verlassen
mussten und oder verlassen haben, das Recht haben, sich mit dieser Stadt
zu identifizieren und mit ihr innig verbunden zu sein. Sie haben auch
das Recht in ihre Geburtsstadt zu kommen und sich auch mit den jetzigen
Bewohnern als gemeinsame Einwohner dieser Stadt zu verstehen. Zumal -
so Dr. Golubowicz - wir werden alsbald alle Bewohner des gemeinsamen Europas
sein. Diese Worte des polnischen Stadtpräsidenten wurden wohlwollend
aufgenommen und mit großem Beifall bedacht.
Für die Hindenburger sprach Marianne Mosler, die die Geschichte der
Patenschaft kurz streifte und Worte des Dankes an die Patenstadt richtete.
Die Ansprache des Dr. Golubowicz kommentierte sie anschließend sehr
treffend, indem sie sagte, dass sie den Stadtpräsidenten sehr schätzt
und sich freut, dass die Zeiten der Unstimmigkeiten und der Angst der
Vergangenheit gehören. Wir lieben alle die Stadt, in der wir geboren
wurden - führte Mosler weiter aus.
Für die Angehörigen der organisierten deutschen Volksgruppe
in Hindenburg OS, die mit einem Bus zum Heimattreffen gekommen waren,
sprach die Kreisvorsitzende des Hindenburger DFK, Adelheid Sklepinski.
In kurzen aber sehr prägnanten Worten gab sie ihre Freude zum Ausdruck,
dass es für die Deutschen in Hindenburg OS gut zu wissen ist, dass
es eine Patenschaft gibt und die Zusammenarbeit zwischen den Städten
Essen und Hindenburg OS sich so gut entwickelt.
Es war eine sehr würdevolle "Geburtstagsfeier", die die
Patenstadt Essen für ihre "Hindenburger Patenkinder" ausgerichtet
hat.
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