Ursprungliche Stärke und Festigkeit weiterhin spürbar
Das 26. Hindenburger Heimattreffen in Essen
Ein Bericht von Damian Spielvogel

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Schon während der Vorbereitungen zu dem diesjährigen Hindenburger Heimattreffen in Essen ahnte man es unmissverständlich: Das 26. Hindenburger Heimattreffen wird ein außergewöhnliches Ereignis sein! Und man konnte sich während des Patenschaftstreffens davon überzeugen, denn erstmalig in der Geschichte der Patenschaft Essen – Hindenburg OS hat eine offizielle polnische Delegation, mit dem Stadtpräsidenten Dr. Jerzy Golubowicz an der Spitze, aus Hindenburg OS diesem Treffen beigewohnt.

Das seit 50 Jahren bestehende Patenschaftswerk – an der Schwelle des Beitritts Polens in die EU – konnte im Sinne der „Charta der deutschen Heimatvertriebenen“ in seiner Notwendigkeit und Weitsichtigkeit bekräftigt werden. „Vor fünfzig Jahren übernahm die Stadt Essen die Patenschaft für die Stadt Hindenburg in Oberschlesien. Diese Patenschaft war 1953 für die Stadt Essen eine Selbstverständlichkeit; sie ist es noch heute.“ – diese Willkommensgrüße übermittelte der Oberbürgermeister der Stadt Essen, Dr. Wolfgang Reiniger, an „seine Patenkinder“. „Herzlich willkommen zum 26. Hindenburger Heimattreffen in der Essener Grugahalle“- auch diesen Satz richtete Dr. Reiniger in seinem Grußwort an die Hindenburger. Der so freundlich ausgesprochenen Einladung – im 50. Jahr der Patenschaft – folgten daher Hindenburger aus West- und Mitteldeutschland, aus dem westlichen Ausland und auch selbstverständlich aus der Vaterstadt Hindenburg OS. Die vielen jungen Teilnehmer, vor allem am zweiten Treffenstag, bewiesen eindeutig, dass das Hindenburger Heimattreffen keine Veranstaltung von „Altveteranen“, sondern eine familiäre Gemeinschaft von Schicksalgefährten ist, die sich gern friedlich in heimatlicher Begegnung der eigenen Herkunft und Identität erinnert.

Bereits zum vierten Mal wurde die Grugahalle in Essen zu einem Stück der „Heimat zum Anfassen“, wo wiederholt seit 1953 das Gefühl des heimatlichen Zusammenhaltes nach Innen und Außen unmissverständlich vermittelt wird. Eine Teilnehmerin sagte treffend, dass Heimat nicht nur ein Ort, sondern auch die Menschen sind. Und es waren viele Menschen nach Essen kommen (mehr als vor zwei Jahren!) und diese Menschen spiegelten den „inneren Geist“ der einstigen ostdeutschen Stadt Hindenburg in Oberschlesien, ohne die Nachkriegsrealität zu verkennen.

Die heimatlichen Fleischerbetriebe Struzina und Ligensa sowie die Schlesische Brotbäckerei Müller, einst in Beuthen OS beheimatet, sorgten mit oberschlesischen Erzeugnissen höchsten Qualität für die „leibliche Versorgung“ der nach Essen angereisten Hindenburger.

Im Treffensbüro – Büro der Organisationsleitung – betreut durch die Mitarbeiter der Patenstadt Essen und Mitglieder des Vertretungsausschusses „Hindenburg OS“ wurden zahlreiche Publikationen und heimatliche Erinnerungsstücke angeboten. Der alte Stadtplan von Hindenburg OS (Stand: 1941), diesen Nachdruckt stellt die Stadt Essen uns zur Verfügung, erfreute sich nach wie vor großer Beliebtheit. Alle organisatorischen Aufgaben wurden gekonnt vorgenommen.

Eine unverändert wichtige Aufgabe erfüllte die „Hindenburger Heimatkartei“, die als Informationsquelle genutzt und fast buchstäblich „umlagert“ wurde. Vieles konnte geklärt werden, viele Hindenburger wurden in die Heimatkartei neu aufgenommen.

Zur Begeisterung der Treffensteilnehmer gab die Bergmannsblaskapelle des Steinkohlebergwegs „Makoschau“, die eigens zum Patenschaftstreffen aus Hindenburg OS angereist war, mehrere Platzkonzerte. Diese Blaskapelle, die von H. Mandrysz geleitet wird, umrahmte auch den traditionellen sonntäglichen Festgottesdienst. Bei den musikalischen Darbietungen merkte man die meisterhafte Beherrschung der musikalischen Kunst. Auch die Folkloregruppe der Schlesischen Jugend, der „Fröhliche Kreis“, unter der Leitung von B. Glattki, erfreute die Hindenburger, die sehr viel Beifall spendeten, am Sonnabend, nachdem die Besucher von M. Mosler, Heimatkreisvertrauensfrau für den Stadtkreis Hindenburg OS,  herzlich begrüßt wurden.

Zusammen mit der polnischen Delegation aus Hindenburg OS weilte in Essen ein polnisches Fernsehteam, um in Oberschlesien über das Hindenburger Heimattreffen zu berichten. Es wurden Bilder gemacht, es wurde gefilmt und Interviews durchgeführt. Man kann nur hoffen, dass durch eine objektive Berichterstattung in den oberschlesischen Lokalmedien mehr Verständnis für die Vertriebenen und Aussiedler aus Hindenburger OS aufgebracht werden kann.

Auch der Senfkorn-Verlag, in dem unsere Heimatzeitung „Hindenburger Heimatbrief“ erscheint, war mit einem Verkaufs- und Informationsstand vertreten.

Dass das Vertretungsgremium der Hindenburger in der Bundesrepublik Deutschland auch zukunftsorientiert arbeitet, beweist die Tatsache, dass das alte historische Hindenburg OS im Internet vertreten ist. So konnte man sich auch dank des Webmasters, Erwin Czmiel, die Internetseiten während des Treffens anschauen und zugleich die neue von ihm erstellte „Hindenburger Multimedia – CD“ erwerben.

Das 26. Hindenburger Heimattreffen – im 50. Jahr der bestehenden Patenschaft Essen-Hindenburg OS – war im Sinne des Paten der Hindenburger, des Oberbürgermeisters, Dr. Reiniger, zum großen Familienfest der Hindenburger geworden, denn in seinem Grußwort hieß es auch: „Die Landsmannschaften als Forum für geflüchtete und vertriebene Menschen haben den Gedanken an die genommene Heimat aufrecht erhalten, als es nahezu unmöglich war, die Heimat zu besuchen. Sie haben Heimat gegeben, wo Heimat verloren war. Die regelmäßig in Essen stattfindenden Heimattreffen sind dabei Orte der Begegnung für alle jene, die sich der Geschichte und Gegenwart Oberschlesiens verbunden fühlen.“

Auch das 26. Hindenburger Heimattreffen hat glücklicherweise nichts an seiner ursprunglichen Stärke und Festigkeit eingebußt.

In den nächsten Ausgaben des „Hindenburger Heimatbriefes“ werden weitere Berichte über die einzelnen Höhepunkte des 26. Hindenburger Heimattreffens erscheinen

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